10.04.2017

du

deine gehirnströme laufen in besonderen bahnen. sie laufen nicht gegen den uhrzeigersinn und sie laufen nicht darin. sie laufen fokussiert und sie laufen ins nichts.
du faszinierst mich. wie du in deinen bildern denkst und dein gesicht ist ganz lebendig. wenn ich mir photos von dir ansehe dann tritt dein gesicht aus ihnen hinaus und bewegt sich. ich streiche darüber und denke mir, das ist zauberei, die oberfläche ist ja ganz glatt.

ich trau mich nicht zu fragen, was in deinem kopf ist, wenn du an uns denkst. ich habe angst, ich ahne, da ist nicht genug wir. ich weiß, da ist nicht genug wir. vielleicht kann ich nicht genug sein, vielleicht kann niemand genug sein in diesem moment, deine gehirnströme konzentrieren sich in anderen ecken deines kopfes.

es ist viel passiert und es ist wenig passiert. es ist genug passiert bis hierhin und ich habe angst. ich ahne, ich beschließe, meine gehirnströme laufen in einem sinn und sie fokussieren sich auf andere art und weise. ich habe so oft bauchschmerzen und das weißt du nicht, ich möchte dich nicht verjagen, ich möchte deine besonderheit behalten und ansehen, ich möchte sie so oft ansehen und ich ahne, in deinem kopf ist nicht genug wir und ich ahne es schon, bald

bald erzähle ich geschichten von dir und wie schön besonders du bist, und ich erzähle geschichten davon wie du manchmal da warst in dieser zeit und wie gut es war, dass du einfach da warst und wie sehr ich dich vermisse und wie schön es war, auf der oberfläche einer anderen welt zu schwimmen.


du, es wird sommer. gerade stürzen die temperaturen rapide ab, aber ich weiß, es wird sommer. und du hast mich ein wenig über den winter gebracht.

07.02.2017

ein jahr zuvor

mein lieblingsnachthemd habe ich in indien gelassen.

ein jahr zuvor saß ich in anderen räumen.
was ist passiert? ein resümee.

1 ich habe gelernt, lügen als wahrheiten zu akzeptieren, dabei nicht zu vergessen, dass es lügen sind.
2 ich habe gelernt, künstliche distanzen herzustellen und zu akzeptieren
3 ich füttere meinen kopf wieder, dennoch stehe ich still. aber ich kämpfe dagegen an, ja.
4 ich kann lieben.
5 ich kann mich lieben.
6 ich bin ein unabhängig agierendes individuum und zwischen den mauern bin ich frei.
7 wir bewegen uns in blasen.
8 diese zu verlassen lässt uns staunen.
9 die energie, welche täglich fließt, ist ungeheuerlich.
10 ihr habt mich gerettet. alle miteinander.

es ist schön hier, zwar ist es winterdeutschland und die graue wolkendecke lässt nicht einmal erahnen, ob es voll-oder halbmond ist, zwar peitscht der wind ins gesicht und gräbt unter die mäntel, aber es ist schön in euren gesichtern.
"ich freue mich auf den sommer", sagen wir alle zwei-drei tage.
daneben läuft das leben, mal tragisch, mal komisch mal innerhalb, mal außerhalb unseres kosmos.
"es ist gut, gerade." das sagt er zu mir.
"es ist gut, zu sehen, was ich alles habe." das sagt sie zu mir.
"du bist schön. ich habe dich gern." das ist das, was ihr versteht, was er zu mir sagt.

und dir, alles gute zum geburtstag. wer würde es denn glauben, würde es uns der kalender nicht sagen, es ist schon ein jahr her.

30.12.2016

ich implodiere und explodiere in eine millionen richtungen


in zeiten des stillstands

das kann der kopf doch nicht fassen, das denkt er sich. ich sage dem kopf, kopf, schlaf doch eine nacht darüber. in dieser nacht stelle ich meinen wecker nicht. es gibt keinen schlummermodus, demzufolge keine traumsequenzen die sich in einem achtminütigen abstand ändern. demzufolge erinnere ich mich nicht.
ich schlafe auch nicht weiter, das ist doch etwas skuril. ich liege sonst noch bis zwei uhr nachmittags im bett, dann schreit eine stimme und ich dusche, trinke einen kaffee, rauche eine zigarette.
heute nicht.
heute stehe ich auf.
zum ersten mal seit jahren, gefühlt zumindest, ja, kein stillstand. energie durchflutet mich. ich stehe in der küche und lache mich aus, mein kopf metaphorisierte gerade die mich durchflutende energie mittels eines blauen laserschwerts, ich hab den sound im ohr und schallendes lachen, wände werfen das zurück und sind sozusagen meine zuhörer.

1. du
gestern nacht, also ehrlich gesagt in diesem moment, da dachte ich an dich, denn ich hatte eine geschichte geschrieben um unser leben zu retten ein paar wochen zuvor, aber ich brachte es nicht zu ende und unser leben ist nicht mehr zu retten, ich weiß es ja.
ich starre die chronik an und greife in den bildschirm hinein und ich bin nicht traurig gewesen in diesem moment, das weiß ich jetzt, denn jetzt bin ich traurig, denn ich werde die geschichte in diesem moment zuende geschrieben haben und ich fürchte mich davor, dass ich danach nichts mehr schreiben werde, dass ich uns getötet haben werde in dieser nacht.
wir sind verloren, ich weiß es ja. zumindest für diesen moment, aber um es wirksam zu machen benötige ich endlichkeit.
du schweigst.
ich werde einen text beilegen, der nun an dich adressiert ist, dabei schrieb ich ihn bevor ich überhaupt von dir wusste.
gestern nacht werde ich dann mein zweites bier geöffnet haben, das grenzt an verrat, ich hatte das bier doch jemand anderem versprochen.
vielleicht, irgendwann, beiläufig, wenn wir nebeneinander auf unserem sofa sitzen, es ist dunkelrot in meiner vorstellung, wirst du mein bier öffnen mit deinen zähnen und wirst mich fragen ob ich dich heiraten möchte.
ich weiß ja, ich lebe zu sehr in den vier wänden meiner vorstellung.

2. ihr
ich weiß es.
ich ahne es jetzt.
ich möchte euch trotzem wiedersehen.
ich verstehe es nicht.
ich möchte euch trotzdem wiedersehen.
ihr müsst wissen, ich bereue nichts.

der stillstand legt sich über die dächer, die fassaden, den beton, den asphalt. der stillstand legt sich über meine gliedmaßen. es ist überflüssig, zu erwähnen, dass der stillstand arme und beine lähmt.
das herz macht urlaub in den tümpeln der vergangenheit, der kopf spinnt im kreis.
irgendwann sind wir fertig mit dem stillstand, denn wir haben verstanden. die welt hat uns kurz gepackt und uns in die luft gehoben. es ist gut. wir wissen jetzt, wie es sich anfühlt, wenn die beine in der luft baumeln. aber wir sind fertig damit. wir haben die welt wieder am kragen gepackt und wir beschreiten sie wieder, mit beiden beinen, die arme ausgebreitet, einatmend, ausatmend.

1. du
vogelfrei und gnadenschuss.
ich erschaffe euphemismen für alles, das ist wichtig, denn das sichert das überleben.
trotzdem, wie immer, obwohl du nicht zuhören kannst,
ich vermisse dich.